Häufig tun sich Anfänger oder auch Hobbyfotografen schwer mit der Bildgestaltung. Viele Fotos wirken, auch wenn sie technisch korrekt hergestellt (Belichtung und Farbgebung) wurden, irgendwie uninspiriert oder unruhig. Nun gibt es verschiedene Guides die von „ Der Goldene Schnitt “ sprechen. Damit man dieses Hilfsmittel der Bildgestaltung (und mehr ist es nun wirklich nicht!) allerdings anwenden kann, ist es wichtig das Anwendungsgebiet zu verstehen.

Aus diesem Grund erhaltet Ihr jetzt mal einen kleinen Überblickt zu diesem sehr interessanten Thema.

Was ist eigentlich „Der Goldene Schnitt“?

Der goldene Schnitt ist ein Hilfsmittel, das ein Foto harmonisch wirken lässt. Und eben das ist der entscheidende Punkt! Ich muss mich vor der Aufnahme bzw. dem Beschnitt eines Fotos fragen, ob ein harmonisches Erscheinungsbild zu meinem Bild passt oder ob ich vielleicht einen ganz anderen Effekt erreichen möchte. (Zu einem Ehestreit passt eher kein harmonisches Erscheinungsbild; ich denke ihr versteht was ich meine)

Gehen wir nun einmal davon aus, dass Ihr ein harmonisches Erscheinungsbild haben wollt, dann sagt die Regel für den goldenen Schnitt, dass Ihr Euer Bild zunächst mal in zwei Bereiche teilt, wobei das Seitenverhältnis beider Bereiche 38% zu 62% beträgt.

Klingt erstmal wie im Geometrieunterricht ist aber auch ohne Parallelverschiebung ganz einfach, versprochen!

Teilt einfach Euer Bild bei ca. 1/3 (ja ich weiß 1/3 ist 33% und nicht 38% aber einfacher zu schätzen); das geht horizontal und vertikal:

Fügen wir nun beide Linien in das Bild ein ergibt sich ein Schnittpunkt:

Wenn wir nun die Aufteilung einmal umdrehen und ebenfalls die horizontale und vertikale Linie einfügen ergibt sich ein Raster:

Wen weitere Details oder die genaue Berechnung des goldenen Schnittst näher interessieren kann hier weitere Details nachlesen…

Toll das habe ich erstmal verstanden aber was stelle ich jetzt mit diesen Linien und Schnittpunkten an?

Habt Ihr nun wichtige Elemente auf Eurem Bild, solltet Ihr zusehen, dass diese entlang einer der Linien platziert werden und schon wird der Bildaufbau als harmonisch empfunden.

Erstellt Ihr Portraits, schaut, dass das vordere Auge eures „Opfers“ auf einem der Schnittpunkte liegt. Herzlichen Glückwunsch! Der Glodene Schnitt gehört nun zu Euren Fertigkeiten!

Beispiel 1

Hier haben wir mal ein konkretes Beispiel: Dieses Foto ist im Rahmen eines Engagement-Shootings in Georgsmarienhütte entstanden. Der Goldene Schnitt wurde hier mit weißen gestrichelten Linien eingezeichnet.

Ihr seht, dass der Mund auf der unteren Schnittlinie liegt, die Augenpartie auf der oberen und das vordere (rechte) Auge sehr nah am Schnittpunkt der Linien liegen.
Werfen wir einen Blick auf den Mann im Hintergrund: trotz der Unschärfe im Bokeh fällt auf, dass auch hier der Mund auf der horizontalen, und das Auge auf der vertikalen Schnittlinie liegen.

Beispiel 2

Natürlich müsst ihr Euren Modellen nicht immer so dicht auf die Pelle rücken! Das folgende Bild (entstanden bei einem Hochzeitsshooting in Münster) zeigt das Brautpaar (irgendwie offensichtlich oder? :-)).

Auch hier könnt Ihr sehen, dass das Brautpaar im rechten Drittel des Bildes platziert wurde, die Köpfe sind auf dem oberen, rechten Schnittpunkt platziert, der Brautstrauß auf der linken horizontalen Linie…

Beispiel 3 (Hochformat)

Bevor Ihr nun denkt „Alles klar, jetzt weiß ich wie ich meine Bilder im Querformat aufteile“, lasst Euch sagen, was im Querformat ein funktionierendes Hilfsmittel ist, tut es auch im Hochformat.

Das folgende Bild stammt aus einem Boudoir-Shooting in Ibbenbüren:

Wie Ihr sehen könnt ist das Model rechts auf der vertikalen Schnittlinie platziert, ihre Schulter liegt hier im Schnittpunkt, ihr Spiegelbild auf der gegenüberliegenden linken Linie und ihr Kinn im oberen, linken Schnittpunkt.

 

Ihr seht also, dass diese kleine Regel einen großen Einfluss auf die Bildgestaltung haben kann. Wie immer könnt Ihr die Regeln natürlich bewusst brechen, jetzt wisst Ihr aber wenigstens mit welchem Ziel Ihr das tut.

Übrigens: viele Kameras und auch Handys haben eine Option um das beschriebene Raster zu aktivieren. Versucht es einmal!

 

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!

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