Darum kostet ist der Hochzeitsfotograf Geld

Hochzeitsfotograf Brautpaar

Immer wieder sind Paare bei der Planung Ihrer Hochzeit über die Angebote der Fotografen schockiert. Schnell entsteht der Eindruck, dass Euch der Hochzeitsfotograf abzocken will.

„Waaas? Bei so einem Stundenlohn werde ich auch Fotograf!“

„Das kann doch nicht sein! Der Fotograf kommt für drei Stunden vorbei und verlangt dafür über 500 Euro.“

Solche Aussagen sind mir schon oft untergekommen bzw. kann solche Posts häufig in Foren und auf Facebook lesen. Doch woran liegt es, dass ein Hochzeitsfotograf solche Preise abruft? Vielleicht sind die Preise ja auch gerechtfertigt? Wir wollen dem einmal gemeinsam auf den Grund gehen…

 

Das ist es was Ihr seht…

So ein Hochzeitsfotograf schlägt am abgestimmten Zeitpunkt an Eurer Hochzeits-Location auf, knippst ein paar Bilder und haut locker mit 1.500 Euro in der Tasche wieder ab…

Aber hey, lasst uns einmal über legen was ein Fotograf so alles machen muss!

Fortbildungen

Jeder professionelle Fotograf muss sich fortbilden. Das geht allein schon bei aktuellen Trends in der Fotografie los. Geht über neues technisches Equipment und endet in Schulungen zur PC Software (z.B. Adobe Lightroom / Photoshop). Fortbildungen kosten Geld und in dieser Zeit kann der Fotograf wiederum selbst kein Geld verdienen.

Internetseite

Wo lest Ihr gerade diesen Artikel? Genau, im Internet! Jeder Fotograf braucht heutzutage eine Internetseite. Hier informiert er seine Kunden und die, die es noch werden sollen über sein Angebot, seine Preise und in umfangreichen Galerien über seine Referenzen. Natürlich muss die Seite stets aktuell gehalten und für Google, Bing und Co. optimiert werden.

Kamera

Ein professioneller Hochzeitsfotograf braucht natürlich passendes Equipment. Dazu gehören Profi-Kameras, die idealer Weise zwei Speicherkartenslots haben (falls mal eine Karte kaputtgeht). Blöderweise kosten solche Kameras schnell an die 3.000 bis 4.000 Euro. Ach ja! Diverse Objektive, Blitzlichter, Stative, Speicherkarten, Fotospeicher, ein High-End-Rechner für die Bildbearbeitung, Profi-Monitore, und, und, und… braucht der Fotograf auch noch. Da kommt schnell der Gegenwert eines gut ausgestatteten Kompaktwagen zusammen.

Kundenaquise

Nun was bedeutet das für einen Fotografen? Zunächst einmal wird regelmäßig das Internet nach Aufträgen durchsucht, Werbeanzeigen und Inserate werden entworfen und geschaltet, das sowohl online als auch offline. DJs, Brautmodengeschäfte, Friseure, Juweliere, Blumengeschäfte und Weddingplaner werden regelmäßig aufgesucht und Flyer / Fotobücher / Prospekte ausgelegt. Auch das Kostet Geld und Zeit. Zu guter Letzt werden regelmäßig Hochzeitsmessen besucht. Der Aufwand dafür auf einer Hochzeitsmesse auszustellen ist enorm! Man braucht einen Stand, Auslagen und Zeit für die Vorbereitung.

Musterbücher

Aktuelle Musterbücher sind für jeden Fotografen ein wichtiges Verkaufswerkzeug. So wie überall ändern sich natürlich auch die Trends bei der Fotografie und die Brautmode. Brautpaare wollen sich keine Aufnahmen ansehen die so wirken wie Anno 1980. Die Musterbücher zeigen dem potenziellen Kunden mit welchem Bildstil der Kunde rechnen darf und ob eben dieser zu seiner Erwartung passt.

Referenzen

Niemand kauft gern die Katze im Sack! In besonderem Maße gilt das natürlich auch für Hochzeitsfotografen. Damit ein Hochzeitsfotograf aber seine Aufnahmen im Internet auf seine Homepage, bei Facebook, Instagram oder bei sonstigen Social Media Accounts zeigen darf, braucht er einen TFP Vertrag (Time-for-Prints). TFP heißt im Klartext, dass der Fotograf fast kostenlos arbeitet und im Gegenzug die Veröffentlichungsrechte der Bilder erhält.

 

Vertragsdokumente

Die Vertragsdokumente zur Anfertigung von Hochzeitsfotos müssen ausgearbeitet und stetig aktualisiert werden. Hier gibt es auch viele Fallstricke, die es erforderlich machen auch mal einen Anwalt da drüber lesen zu lassen… sowas kostet!

Visitenkarten und Flyer

Der Fotograf muss Flyer entwerfen, drucken lassen und natürlich immer vorrätig liegen haben. Am besten für jedes angebotene Produkt (Portrait- und Familienshootings, Boudoir, Hochzeit, Engagement, usw.) für jede Jahreszeit mindestens eine Variante. Das gleiche gilt natürlich auch für Visitenkarten. Wer schon einmal versucht hat einen Flyer zu entwerfen der weiß, wie viel Arbeit in einem guten Ergebnis steckt.

Zeitschriften und Magazine

Aktuelle Magazine zu abonnieren und sorgfältig zu lesen ist für Hochzeitsfotografen Pflicht. Hier kann er erfahren welche aktuellen Entwicklungen es gibt und wohin sich der Trend bewegt (z.B. Trash-The-Dress Shootings).

Zwischenbilanz als Hochzeitsfotograf…

Wenn Ihr jetzt einmal das gelesene reflektiert fällt Euch vielleicht auf, dass der Fotograf noch kein einziges Bild aufgenommen hat. Ganz im Gegenteil hat der Hochzeitsfotograf bis hier hin nur Geld und Zeit investiert. Aus das wirkt sich zumindest indirekt auf die Preise aus. Aber machen wir einmal weiter.

Gehen wir nun einmal davon aus, dass ein Hochzeitspaar den Fotografen beauftragen möchte. Was passiert dann?

Kundengespräch

Für ein Hochzeitsshooting wird im Regelfall ein Vorgespräch stattfinden. Die meisten Fotografen suchen hierfür das Brautpaar zuhause auf. Die investierte Zeit und auch die Fahrtkosten sind im Regelfall Bestandteil des Paketpreises. Hier investiert der Fotograf also bevor er auch nur den ersten Cent verdient hat.

Hochzeits-Location

Normalerweise wird der Hochzeitsfotograf auch Eure Hochzeits-Locations im Vorfeld besuchen und sich ein Bild darüber machen wie die Lichtverhältnisse und die Umgebung wirken. Hierzu gehört auch ein Bildkonzept für die Umgebung zu erarbeiten.

Equipment

Die komplette Ausrüstung muss im Vorfeld überprüft und vorbereitet werden.

  • Batterien und Akkus müssen angeschafft und aufgeladen werden
  • Die Speicherkarten müssen formatiert werden
  • Die richtigen Objektive müssen ausgewählt und gereinigt werden.

Kurzum: An Eurem großen Tag darf einfach nichts fehlen. Diese Vorbereitung braucht Sorgfalt und Zeit.

Nun geht es aber los!
Der Hochzeitsfotograf „arbeitet“…

Oh ha! Ganz schön viel, was zu tun ist und noch immer ist kein einziges Bild entstanden. Dafür hat der Fotograf zu diesem Zeitpunkt aber schon jede Menge Geld und Zeit investiert. Aber nun ist Euer Tag gekommen und es geht endlich los!

Anreise

Der Hochzeitsfotograf muss um jeden Preis pünktlich auf der Matte stehen. Immer! Dafür ist die richtige Planung das A und O. Am Abend vor der Hochzeit wird das Auto gepackt, sicherheitshalber vollgetankt und geprüft, ob das Navi auch alle Adressen kennt. Dann geht es zeitig in Bett damit man auch ja am nächsten Tag ausgeschlafen ist. Für die Anreise wird natürlich ein dicker Zeitpuffer eingeplant, man weiß ja nie was kommt. Dann lautet die Devise vorsichtig Fahlen und heile ankommen.

Hochzeitsfotograf aufgepasst!

Als Brautpaar erwartet Ihr natürlich, dass der Hochzeitsfotograf keinen wichtigen Augenblick verpasst, immer zur rechten Zeit an der richtigen Stelle ist und alles künstlerisch festhält. Und das im Zweifel von morgens (Getting Ready) bis zum Anschnitt der Hochzeitstorte um Mitternacht.

Auf die Details kommt es an

Ist der Lippenstift noch immer da wo er hingehört? Sitzt das Kleidchen? Liegen alle Haarsträhnen da wo sie hinsollen? Reflektiert eine Bille vielleicht das Licht eines Scheinwerfers oder der Sonne? Glitzern Schweißperlen auf der Stirn eines Gastes? Alles was später auf den Bildern stören könnte, wird der Hochzeitsfotograf erkennen und beseitigen! Eine große Verantwortung, hat er doch für die Hochzeitsbilder nur einen Versuch.

Ein langer, harter Tag!

Der Hochzeitsfotograf fotografiert den ganzen Tag ohne Pause! Er muss locker mal 14 Stunden am Stück körperlich und geistig voll da sein. Er muss engagiert, freundlich, hilfsbereit und ansprechbar sein. Das ist ein Knochenjob!

 

Das war es aber noch lange nicht!

Ok, vielleicht steckt doch etwas mehr dahinter als schnell ein paar Fotos zu machen und dann so einen Haufen Kohle abzugreifen, oder? Aber das war es noch lange nicht!

Bilder sortieren

Bei einer Hochzeit entstehen oft tausende von Bildern. Euer Hochzeitsfotograf muss alle Bilder sichten und (aus)sortieren. Technisch nicht einwandfreie Aufnahmen werden genauso aussortiert wie Bilder auf denen die abgelichteten Gäste oder das Brautpaar unvorteilhaft aussieht (geschlossene Augen, Schiefen Lächeln, etc.).

Bildbearbeitung

Die Bearbeitung der aufgenommenen Bilder dauert meist drei bis viermal so lange die das eigentliche Shooting. Der Fotograf nimmt eine umfassende Beautyretusche vor, schärft die Bilder, nimmt einen Weißabgleich, bearbeitet Kontrast und Helligkeit und sorgt für einen harmonischen Bildschnitt.

Geschenke, Geschenke, Geschenke!

Ist die Arbeit an den Bildern nun abgeschlossen wird Euch der Hochzeitsfotograf noch eine schöne Präsentbox herstellen, in der Ihr einen Datenträger mit all Euren Fotos findet, einige Abzüge und vielleicht die eine oder andere Überraschung. Das Ganze vielleicht in einer hübschen, handgefertigten Holzbox.

Präsentation

Wenn Ihr nicht gerade ganz weit weg vom Fotografen entfernt wohnt, wird Euch der Hochzeitsfotograf besuchen und Euch sein Werk persönlich überreichen.

 

So Feierabend oder was?

Nein noch lange nicht! Jetzt fängt die Arbeit an, die liegen geblieben ist!

Eigenwerbung

Bevor nun endlich Feierabend ist wird noch schnell die eigene Website aktualisiert, das letzte Foto bei Facebook hochgeladen und schnell den Followern auf Instagram etwas gepostet.

Bestellungen

Nach Tagen, Wochen und auch Monaten trudeln immer mal wieder Nachbestellungen von CDs, DVDs, USB Sticks, Fotobüchern und sonst was ein. Diese Sachen sollen natürlich möglichst schnell verschickt werden.

Vorbereitung, Angebote…

Inzwischen steht sicher auch wieder die nächste Hochzeit an, die vorbereitet werden will. Also ran an das Equipment und doch erst zum nächsten Kunden um den Vertrag zu besprechen?

 

Und täglich grüßt das Murmeltier

Und schon geht es wieder von vorne los! Ihr erkennt also, dass das was Ihr von dem Fotografen seht, der aller kleinste Teil seiner Arbeit ist. Die Arbeit eines Fotografen ist ein Knochenjob, der einem alles abverlangt, und das auch noch bei weit mehr als 40 Stunden in der Woche. Meist muss man arbeiten, wenn alle anderen frei haben.

Nun drängt sich die Frage auf, warum Fotografen tun was sie tun. Die meisten Fotografen sind mit Herzblut bei der Sache und erfreuen sich daran täglich das tun zu können, was sie lieben.

 

Reich wird man als Hochzeitsfotograf nicht, dafür ist man dabei, wenn glückliche Paare ihren schönsten Tag erleben und kann unvergessliche Augenblicke für die Ewigkeit einfangen. Hochzeitsbilder, die auch noch von den Enkeln mit großen Augen betrachtet werden sind unbezahlbar. Dankt einfach daran, wenn ihr das nächste Mal mit einem Fotografen zu tun habt…

 

 

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